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Auf dem Floß unserer Irrtümer rudern wir von Halbwahrheiten
zu Halbwahrheiten.
- Helma Nahr, dt. Mathematiker und Unternehmer (geb. 1931) -
Im Gebiet des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald wurde zuerst um 1400 auf der Kocher Holz für die Salzgewinnung nach Schwäbisch Hall geflößt. Auf der Murr wurde seit dem 15. Jahrhundert Scheiterholz (Brennholz) transportiert. Die wachsenden Städte und die zunehmende Industrialisierung führten im 18. Jahrhundert zu einem steigenden Holzbedarf, so dass auch kleinere Flüsse wie Lein und Rems und ihre Seitenbäche zum Flößen von Scheiterholz ausgebaut wurden.
Weil die natürliche Wasserleistung der Floßwege trotz Ausbau zu gering war, wurden ab 1740 Schwellseen angelegt. Diese Seen versorgten die kleinen Bäche mit mehr Wasser, wenn Holz aus Richtung Rems, Murr oder Kocher in den Neckar gelangen sollte. Zwei dieser Schwellseen, der Ebnisee und der Bärenbacher Floßsee, sind heute noch fast in ihrer ursprünglichen Form erhalten.
Zu jedem Schwellsee gehörte ein Holzlagerplatz. Das Brennholz wurde im Herbst aufbereitet und für den Transport aufgestellt. Der Transport des Holzes geschah in vielen Fällen im Winter auf sogenannten Schlittenwegen. Wenn die Hänge zu steil waren, wurden die Scheite auf einer Holzriese (Rinne bzw. Rutsche aus Holz) zu den Floßbächen befördert.
Im Sommer lagen die Schwellseen trocken und wurden teilweise für die Heugewinnung genutzt. Waren die Schwellseen im Winter voll und führten die Bäche selbst viel Wasser, wurde das Holz von den Einwurfsplätzen in die Floßbäche geworfen. Stiefelknechte, so genannt wegen ihrer hohen Wasserstiefel, hatten entlang der Bäche das verhakte Holz wieder flott zu machen.
Das Scheiterholz wurde über Wieslauf und Rems bis nach Neckarrems und auf der Murr nach Marbach geflößt. Dort wurde es in „Holzgärten“ gesammelt und weiter verteilt.
Mit der Inbetriebnahme der Remstal- und später der Wieslauftalbahn wurde die Flößerei 1861 eingestellt.
Der besondere Ausflugstipp:
Der Ebnisee bei Kaisersbach
Der Weg zum Ebnisee bei Kaiserbach mit WanderWalter