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„Ich glaube, dass ein Stück Glas so viel wie möglich
von dem Atem enthalten sollte, der es entstehen ließ.“
- Maurice Marinot, frz. Glasdesigner -
Der Grund, warum sich Menschen in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen niederließen, war der Holzreichtum. Dieser Rohstoff wurde für zahlreiche Zwecke, insbesondere in großer Menge für die Herstellung von Glas benötigt.
Die Geschichte der Glashütten im Naturpark begann schon sehr früh. Erste urkundliche Nachweise sind aus dem 15. Jahrhundert bekannt. Die einfachen Glashütten waren nicht sehr langlebig. Wenn das Holz verbraucht und die Schmelzöfen vom Gebrauch zerstört waren, zogen die Glasmacherfamilien weiter und gründeten neue Hütten. Vielerorts blieben die Hütten standorttreu, da es große Holzvorkommen gab. Um die Hütten entwickelten sich Siedlungen, die sich noch heute in erhaltenen Ortschafts- und Flurnamen wiederspiegeln (z.B. Althütte, Glaswald).
Der Glashüttenmeister (Hüttmeister) war Besitzer der Glashütte. Er war jedoch durch einen Lehensvertrag an seine Herrschaft gebunden. Die Hütten beschäftigten viele Arbeiter und Handlanger. Es gab Walzenmacher, Strecker, Aufbläser, Trinkglasmacher, Römermacher, Scheibenmacher, Fensterglasmacher, Scheithauer, Schürer, Ofenmacher, Aschenknechte, Glasschneider, Glasträger und andere.
Für die Herstellung von Glas werden drei Grundstoffe benötigt: Quarzsand, Pottasche und Kalk. Quarzsand ist die glasbildende Substanz. Aus Holz- und Pflanzenasche wurde durch Auflösen in Wasser und anschließendes Verdampfen Pottasche gewonnen. Diese benötigte man, um den Schmelzpunkt des Quarzsandes zu senken. Um die nötige Festigkeit des Glases nach dem Erkalten zu erreichen, wurde Kalk zugefügt. Ferner benötigte man Ton für die Schmelzhäfen (Gefäße für die Glasmasse), für den Bau der Schmelzöfen Sandsteine, Wasser für den Betrieb von Stampfmühlen und natürlich sehr viel Holz zur Feuerung der Glasöfen.
Kriege, Ausbeutung der Wälder und wirtschaftliche Konkurrenz führten zum Untergang der Glashütten. Als letzte Hütte beendete Erlach 1865 die Produktion.
Der besondere Ausflugstipp:
Das Glashaus in Spiegelberg, das Glas- und Heimatmuseum Wüstenrot.
Der Weg zum Glashaus mit WanderWalter