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Igel überwintern in der Natur besser

Nur wenige Igel brauchen Hilfe. Landratsamt Rems-Murr gibt Tipps zur Aufnahme und Pflege.

 

Igel sind Wildtiere, die grundsätzlich nicht durch Menschen aufgenommen werden dürfen. In Ausnahmefällen darf ein verletztes oder krankes Tier aufgenommen werden, zum Beispiel wenn es sehr stark von Parasiten befallen ist, Verletzungen, Abszesse sowie Lähmungserscheinungen und Stachelausfall aufweist, oder wenn es bei Einbruch der kalten Jahreszeit das „Überwinterungsgewicht“ von 400 g nicht erreicht hat.

 

Wer Igeljunge tagsüber außerhalb des Nestes findet, sollte eine Weile beobachten, ob sie tatsächlich verwaist sind. Oft ist die Mutter nur durch die nahen Menschen verscheucht worden. Dann ist es besser, den Igel an Ort und Stelle zu lassen. Man erkennt ein verlassenes, hungriges Igeljunges an hohen Piepstönen.
Ein Jungigel sollte abhängig von der Witterung bis Anfang Dezember bei einem Körpergewicht von über 400 g nicht aufgenommen werden. Die spät geborenen Jungtiere sind bis zum Wintereinbruch auf Futtersuche, um sich das nötige Fettpolster anzufressen. Eine Zufütterung im Garten von jungen Igeln, die das erforderliche Gewicht für die Überwinterung noch nicht aufweisen, ist meist völlig ausreichend.

Oft werden Igel bei Aufräumarbeiten im Garten vertrieben. Ein Laubhaufen bietet einem Igel die Möglichkeit zur Überwinterung, muss also nicht zwangsweise weggeschafft werden.

Aufgenommene Igel sollten grundsätzlich entfloht und entwurmt und mit artgerechtem Futter versorgt werden, das vor allem energie- und eiweißreich sein sollte. Gut dafür geeignet ist z.B. Katzenfutter, gekochtes Ei, Rinderhackfleisch, gekochte Karotte oder auch Quark. Verletzte Tiere sollten zu einem Tierarzt gebracht werden.

Werden gesunde, jedoch untergewichtige Igel aufgenommen, sollten sie neben einem geeigneten Schlafplatz wie ein Laubhaufen, ein Karton mit Papier oder ein Igelhäuschen, einen genügend großen Auslauf haben. Dieser befindet sich am besten im Freien. Eine Box für den Igel sollte die Mindestmaße 75 bis100 cm Länge, 60 cm Breite, 35 cm Höhe haben. Für kranke und verletzte Tiere reicht wegen des geringeren Bewegungsdrangs auch eine kleinere Box.

Igel halten ihren Winterschlaf von Mitte Oktober/November bis Mitte März/April. In dieser Zeit sollte die Temperatur weniger als 6° C betragen, damit der Igel nicht aus seinem Winterschlaf aufwacht. Nach dem Winterschlaf ist der Igel vor seiner Auswilderung solange zu füttern, bis er das Gewicht erreicht, dass er vor dem Winterschlaf hatte.

Falls der Igel zum Schlafen in eine kleine Box gesetzt wurde, ist er zur Vorbereitung der Auswilderung wieder in eine größere Box mit den oben genannten Mindestmaßen zu setzen. Ein zusätzlicher Auslauf im Freien ist sinnvoll. Am besten setzt man den Igel dann an einer Stelle in die Freiheit, die ruhig und abgelegen liegt, damit er sich an die neue Umgebung gewöhnen kann.

Kann man einen gefundenen Igel nicht bei sich zu Hause unterbringen, gibt es verschiedene Igelauffangstationen, deren Adresse man bei den Tierschutzvereinen oder beim Landratsamt Rems-Murr-Kreis, Geschäftsbereich Verbraucherschutz und tierärztlicher Dienst, in Erfahrung bringen kann.

Beim Abgeben eines gefundenen Igels in einer Auffangstation sollte darauf geachtet werden, wie diese dort untergebracht werden. Gehege oder Boxen mit den oben angegebenen Maßen sollten vorhanden sein, damit die Tiere nach dem Winterschlaf „antrainiert“ werden können und fit für die Auswilderung sind.

Igelfreunde, die Igel aufnehmen möchten, melden sich bitte unter 07191/8954062 beim Landratsamt Rems-Murr-Kreis, Geschäftsbereich Verbraucherschutz und tierärztlicher Dienst, da immer Bedarf an „Pflegeplätzen“ besteht.

Für weitere Informationen stehen folgende Hotlines zur Verfügung:
Igelkrankenhaus Stocksberg 07130/403633
Pro Igel e.V. 04321/31856
Infos erhalten Sie auch im Internet, unter www.igelverein.de oder www.pro-igel.de