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WALD – die Klimaanlage jetzt auch im Stress!

Wenn Sie an diesen schwül-heißen Tagen Erfrischung und Erholung suchen, finden sie beides im Wald.

Das Kronendach ist die äußere „Haut“, welches das Ökosystems gegenüber der Atmosphäre abgrenzt. Es reguliert den Energie- und Stoffaustausch und führt gleichzeitig zur Ausbildung eines eigenen Waldinnenklimas. Dieser klimatische Ausgleich führt dazu, dass selbst bei diesen enorm heißen Temperaturen der Wald immer noch angenehme Kühle vermittelt.

Eine Mixtur aus verschiedenen Luftschadstoffen und eine massive Trockenheit, die ebenfalls die menschliche Handschrift mitträgt, machen gerade jetzt dem Wald enorm zu schaffen.

Bei den Luftschadstoffen hat neben dem Schwefeldioxid, den Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen, das Stickoxid eine große Bedeutung. Es ist die Ursubstanz bei der Bildung von Ozon. Ozon wirkt vor allem schädigend auf die Blattoberflächen. Trockenstress entsteht, wenn die Pflanzen zu wenig Wasser zur Verfügung haben. Eine Trockenbelastung in Sproßpflanzen tritt im Vergleich zu anderen Stressereignissen nicht abrupt auf, sondern bahnt sich langsam an und verstärkt sich mit der Ausdauer der Trockenheit.

Die erste Reaktion auf Wassermangel ist eine Verlangsamung des Wachstums. Weitere Folgen länger anhaltender Trockenheit sind eine Hemmung der Photosynthese und der Atmung der Pflanze. Erste sichtbare Zeichen des Stresszustandes sind ein Welken der Blätter bis hin zu der Beschleunigung von Alterungsprozessen und der sukzessiven Vergilbung älterer Blätter. Starke Austrocknung kann auch zum Absterben der Pflanze führen. Buchengeprägte Wälder, insbesondere in exponierten Südwest-Lagen, bieten nun schon Mitte Juli ein bisher nicht gekanntes Bild.

Waren die letzten Jahre die ersten zaghaft gelbgefärbten Blätter auch schon im August zu sehen, so zeigen vor allem die über 100jährigen Buchen-Altbestände sich jetzt schon im früh- bis spätherbstliche Kleid (siehe Foto). Die mächtigen altehrwürdigen Buchen tragen aber auch die gesamte bunte Palette bis hin zu dunkelroten, schon leicht verbrannt aussehenden Blättern. Die Folgen reichen aber noch weiter: Die Buche, eine äußerst „dünnhäutige“ Baumart bekommt mit zunehmender Sonneneinstrahlung zusätzliche Probleme. Ein satter „Sonnenbrand“ droht. Dies kann bis zum Aufplatzen der Rinde führen. Folge: Ein Tod auf Raten!

Es bleibt lediglich die Hoffnung, dass der um 1-2 Monate vorverlegte Herbstbeginn, und der teilweise Notabwurf der Blätter die Bäume ins nächste Frühjahr hinüber rettet!

Bild als PDF

Hinweis:

Bitte erhöhte Waldbrandgefahr beachten!

Rauchverbot im Wald vom 1. März bis 31. Oktober!!

Feuer machen nur an gekennzeichneten Feuer- bzw. Grillstellen