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Zustand des Waldes im Rems-Murr-Kreis bleibt kritisch

Die 25. Terrestrische Waldschadensinventur in Baden-Württemberg erfolgte, wie in den Vorjahren, unter Leitung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, auf dem 8x8 km Stichprobennetz. Die Aufnahmen werden seit 1983 nach dem gleichen Schema im Wald erhoben und im Waldzustandsbericht zusammengeführt. Sie erlauben statistisch abgesicherte Aussagen zu den Hauptbaumarten Fichte, Tanne, Buche, Eiche sowie den Hauptregionen Schwarzwald, Neckarland, Schwäbische Alb und Südwestdeutsches Alpenvorland. Landesweit wurde 2007 ein leichter Rückgang der Nadel- und Blattverluste auf hohem Niveau festgestellt.

Im Jahr 2007 waren in Baden-Württemberg 40 % (im Vorjahr 45%) der Bäume deutlich geschädigt, d.h. eingestuft in die Schadstufen 2 bis 4. In der Kategorie 2 sind die Kronen bereits licht und der Stamm erkennbar. In Stufe 3 sind sogar Teile der Krone abgestorben, der Stamm ist durchgehend sichtbar, bei Nadelbäumen haben nur noch die jüngsten Triebe Nadeln. In der Stufe 4 ist der Baum tot. In Kategorie 3 und 4 wurden 2007 rund 4% des Waldes eingestuft. Der mittlere Nadel- und Blattverlust ist landesweit um knapp einen Prozentpunkt auf 25,8 % zurückgegangen.

 

Im Wuchsgebiet Neckarland, zu dem geografisch auch der Rems-Murr-Kreis gehört, gab es durch alle Baumarten keine Veränderung des mittleren Verlustprozents. Der Anteil der deutlich geschädigten Waldfläche hat sich bei der Baumart Buche von 61 % auf 45 % verringert. Im Rems-Murr-Kreis sind derzeit 27% der Waldfläche mit Buchen bestockt. Auch die Fichte, die mit 34% der Waldfläche noch immer die Hauptbaumart im Kreis ist, weist 2007 eine Verbesserung von 42 % auf 38 % auf. Der insgesamt bessere Zustand des Waldes erklärt sich durch den für den Wald günstigen feuchten Sommer. Lediglich die Eiche verzeichnet einen starken Anstieg der deutlich geschädigten Fläche auf über 70 %. Dieser Anstieg ist vor allem in der Schädigung durch blattfressende Raupen begründet.

 

Die Folgen des Klimawandels mit extremen Trocken- und Hitzeperioden machen den Wald anfälliger für Luftschadstoffe und Insektenschäden. Entsprechend groß ist die Sorge der Forstleute um die Vitalität des Waldes. Durch intensive Pflegemaßnahmen und die konsequente Förderung von Mischwäldern soll die Vitalität weiter gestärkt werden. Regelmäßige Durchforstungen in jungen Wäldern führen zu kräftigen Bäumen mit großen Kronen und gut entwickeltem Wurzelwerk. Die Waldpflege stärkt die Widerstandskraft der Wälder. Im Rems-Murr-Kreis findet jährlich auf mehr als 100 ha Privatwald (2006 sogar insgesamt 600 ha) eine Bodenschutzkalkung statt, die zur Stabilisierung des Bodens und damit des darauf wachsenden Waldes notwendig ist.

 

"Der Wald im Rems-Murr-Kreis ist der wichtigste Naherholungsraum und die Basis für vielfältige sportliche Aktivitäten sowie den Fremdenverkehr. Daneben ist er der Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Gleichzeitig ist er aber auch Wirtschaftsraum und die Grundlage für die Holzwirtschaft. Gerade jetzt im Winter wird ein Großteil der Holzerntearbeiten durchgeführt. Dabei kommt es kurzfristig und lokal zu Einschränkungen der Erholungsmöglichkeiten. Diese sind notwendig, um den Wald als Lebens- und Wirtschaftsraum langfristig zu erhalten. Durch den Kauf und die Verwendung von heimischem Holz kann die Pflege der Wälder unterstützt werden", so Landrat Johannes Fuchs.